Anton Steichele - Das Bisthum Augsburg
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5. Pf. Düren.
 
Patr. Das Collegiat-Stift S. Gumberti in Onoldsbach.
 

Düren, ein abgelegener, kleiner Weiler mit 52 S., liegt in einer Thalmulde nicht fern der nordwestlichen Absenkung des Hesselberges, und war die äußerste Grenzpfarrei des Augsburger Sprengels gegen die Eichstättischen Pfarreien Ehingen und Beuerberg.
 
Düren ist sicher eine alte Pfarrei; ihren Kirchensatz, zur Herrschaft Weiltingen gehörig, besaß zu Anfang des 14. Jahrhundertes Seifrid der Bürberger [von Beuerberg], Öttingischer Ammann zu Aufkirchen. Er verkaufte denselben mit Bewilligung seines Herrn, Graf Ludwig’s des ältern von Öttingen, im J. 1325 an das Prämonstratenserinen-Kloster Sulz bei Feuchtwangen1). Am 14. Febr. 1335 ist Liupolt von Haslach, Scholasticus zu Feuchtwangen, „kirchherre der pfarrkirchen ze Dûrn in Ougspurger bistûm“2), und am 6. Juni 1379 erscheint Romarus dictus Bûchelberger rector parochialis ecclesie in Tûrn Augustensis dyocesis3). Mittlerweile muß Düren von einem Augsburger Bischofe dem Kloster Sulz incorporirt worden sein; denn am 9. Juli 1379 confirmirte zu Wirzburg Cardinal Pileus dem genannten Kloster die vom Ordinarius vollzogene Incorporation der Pfarrei Düren4).
 
Kloster Sulz fand für gut, das Patronat-Recht der Pfarrkirche von Düren an das St. Gumbertus-Stift in Onoldsbach abzutreten und von diesem dafür das Patronat-Recht der Pfarrkirche von Diebach im Wirzburger Sprengel, bei Schillingsfirst, anzunehmen. Am 31. August 1445 genehmigte Bischof Peter von Augsburg als Ordinarius der Pfarrei Düren und bevollmächtigt vom Bischofe Gottfried von Wirzburg wegen der Pfarrei Diebach diesen Wechsel, und setzte das St. Gumbertus-Stift in den Besitz des Patronat-Rechtes von Düren5). Wenige Jahre später erwarb dieses Stift auch das Präsentations-Recht zum Beneficium in dem nahe Düren gelegenen Dorfe Wittelshofen. Da das kleine Düren schon öfters eines eigenen Pfarrers entbehrt und vom Beneficiaten in Wittelshofen pastorirt worden war, kam der für das Stift vortheilhafte Plan unschwer zur Ausführung, die Pfarrstelle in Düren selbst eingehen zu lassen und die Pastoration dieser Pfarrei bleibend dem Beneficiaten in Wittelshofen zu übertragen. Auf Anrufen des Stiftes vereinigte Cardinal und Bischof Peter von Augsburg am 31. Mai 1456 wirklich die Pfarrei Düren mit dem Incurat-Beneficium in Wittelshofen (ecclesiam parochialem in Thûrn et beneficium perpetuum sine cura in Wittelshofen unimus et unum alteri subjicimus, „ut de cetero perpetuis futuris temporibus vnum duntaxat beneficium sub vnius sacerdotis et vnius titvli regimine existant“), und incorporirte die also vereinigten Beneficien mit allen ihren Rechten dem Stifte, welches für den vicarius perpetuus derselben eine congrua sustentatio auszuwerfen hatte6). Düren blieb aber dessen ungeachtet eine selbständige Pfarrei, und Wittelshofen eine der Pfarrei Aufkirchen untergeordnete Filiale, so lange die Orte katholisch waren; erst mit Einführung des Protestantismus im Onoldsbachischen änderte sich dieses Verhältniß; Wittelshofen wurde nun Pfarrei und Düren eine von ihr abhängige Filiale.
 
Die Pfarrkirche von Düren war dem heil. Erzengel Michael geweiht7). Das jetzt noch stehende Kirchlein stammt nach der über einem zugemauerten gothischen Eingange der Südseite stehenden Jahreszahl aus dem Jahre 1481; manche anderen gothischen Reste am Baue bestätigen Dieses. Der weite, breite Thurm bildet den Chor; die in einer Laterne hängenden Glocken waren mir nicht zugänglich.

1 Grave Ludwig der alt urkundet „an vnser frauwen tak Liehtmesse“ 1325 zu Baldern: „daz der kauf, den Seyfrit der Bûrberger, amman ze Vfkirchen, was vnser diener, getan hat mit den ersamen geyschlichen frauwen ... der aeptissin von Sultz vnd mit irem conuent vmb den chirchensatz ze Dûrnvn, der zû Weyltingen gehort vnd den sie nv kauft hant vmb den egenanten Bûrberger ze rehtem aigen, mit vnserm gûten willen vnd gunst geschehen ist.“ Kloster Sulzische Urkunde in Münche.
Dûrnvn wird heißen = bei den Dornen (altd. thurn, Dorn).
2 Kloster Sulzische Urk. in München.
3 Spital-Urk. in Dinkelsbühel.
4 ... „Vnionem, annexionem et incorporacionem ecclesiarum parochialium in Amelbrucht et in Durn Augustensis diocesis, quarum collacio et presentacio ad vos pertinere dinoscitur, ordinaria auctoritate factas confirmamus et communimus“. Urk. dat. Herbipoli VII. Id. Jul. 1379, in München.
5 Urk. Bisch. Peter’s, dat. in castro Dillingen prid. Kal. Sept. 1445, in Nürnberg.
6 Urk. Bisch. Peter’s, dat. Auguste II. Kal. Jun. 1456, ib.
7 1436. 5. Jan.: die kirche zu sant Micheln zu Düren. Sulzer Urk. in Nürnberg, und öfter.

Erstellt am 7. März 2004 durch Hans Ebert
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